Unternehmen kaufen in Nürnberg: Firmen-Angebote, Preise & EBIT-Multiples

Nürnberg ist ein Wirtschaftsstandort mit einer tiefen industriellen DNA und einer der dichtesten Mittelstandslandschaften Deutschlands.
Mit über 130.000 IHK-Mitgliedsunternehmen, einem regionalen BIP von rund 98 Milliarden Euro und etwa 825.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten gehört Mittelfranken zu den wirtschaftsstärksten Regionen Deutschlands.
Wir zeigen dir, welche Firmen aktuell in Nürnberg verkauft werden und was sie kosten.
Schnellcheck Marktlage: Firmen kaufen in Nürnberg
Die Rahmenbedingungen vor Ort sind solide: Nürnberg verzeichnet ein stetiges Beschäftigungs- und Bevölkerungswachstum. Die IHK Nürnberg für Mittelfranken betreut rund 130.000 Mitgliedsfirmen (3. größter Kammerbezirk Deutschlands).
Die Region steuert mit ca. 98 Mrd. € fast ein Drittel der bayerischen Wirtschaftskraft bei. In ganz Bayern stehen nach aktuellen Prognosen bis 2026 rund 36.500 Unternehmen zur Übergabe an (rund 618.000 Arbeitsplätze). Nur in der Region München fallen noch mehr Nachfolgefälle an.
KennzahlNürnberg / MittelfrankenEinwohner Stadt 2025ca. 535.000Einwohner Metropolregion 2025ca. 3,5 Mio.BIP Mittelfrankenca. 98 Mrd. €SV-Beschäftigte Mittelfrankenca. 825.000IHK-Mitgliedsunternehmen Mittelfrankenca. 130.000Nachfolgen Bayern 2022 bis 2026ca. 36.500Arbeitsplätze BY mit Nachfolgebedarfca. 618.000Gewerbesteuer-Hebesatz 2026447 %Aktive Inserate (Plattformen)50 bis 90
Gut zu wissen. Aktuell werden in Nürnberg auf großen Plattformen etwa 50 bis 90 aktive Inserate angezeigt. Die Gewerbesteuer-Hebesätze in Nürnberg liegen bei 447 %. Deutlich unter München (490 %) und Hannover (480 %), aber höher als z.B. in Erlangen oder Zirndorf (350 bis 420 %). Dies kann bei kapitalintensiven Branchen einen finanziellen Vorteil der umliegenden Gemeinden bedeuten.
Lohnt es sich 2026, ein Unternehmen in Nürnberg zu kaufen?
Nürnberg ist ein durchaus interessanter Standort, um eine Firma zu kaufen. Denn die Bewertungen liegen typischerweise ein bis zwei Multiple-Punkte unter München, das Inseratevolumen ist breit, und mittelfränkische Inhaber gelten als sachorientiert und verkaufsbereit.
Wer zum Beispiel Erfahrung in der Industrie-, Software- oder Logistikbranche mitbringt, findet hier ein tiefes Feld an passenden Targets.
Was für Nürnberg spricht
- Die IHK Nürnberg für Mittelfranken betreut rund 130.000 Mitgliedsunternehmen mit zusammen 98 Mrd. € BIP und 825.000 SV-Beschäftigten und gehört damit zu den größten Kammern Deutschlands.
- Bis 2026 stehen in Bayern rund 36.500 Unternehmen vor einer Übergabe. Nürnberg liegt nach München an zweiter Stelle der bayerischen Verkaufsregionen.
Was dagegen spricht
- Die Automotive-Konzentration ist hoch: Schaeffler hat Restrukturierungen angekündigt, Continental und MAN sind als Großkunden weiterhin Druckfaktoren.
- Im IT-Mittelstand konkurrierst du regelmäßig mit Datev-nahen Strategen, die in den letzten Jahren mehrere Add-on-Anbieter und Lohnbüro-Spezialisten gekauft haben. Diese Käuferkategorie zahlt Multiples, die ein operativer Einzelkäufer kaum halten kann.
- Der Spielwaren-Sektor ist saisonal und stark vom Welthandel abhängig. Bei mittelfränkischen Spielwaren-Targets hängt der Cashflow oft an wenigen Handels-Großkunden, der Bestellzyklus ist hart synchronisiert mit Q3-Spielwarenmesse-Folgegeschäft und Q4-Weihnachtsumsatz.
Warum Käufer in Unternehmen in Nürnberg investieren
1. Industrie-Konzerne als Mittelstandsmotor
Siemens ist mit rund 37.000 Beschäftigten der mit Abstand größte Arbeitgeber der Region; Schaeffler bringt rund 11.000 Beschäftigte in Mittelfranken mit, MAN Truck & Bus weitere mehrere Tausend in Nürnberg-Süd. Jeder dieser Konzerne zieht ein Netzwerk von 200 bis 500 spezialisierten Zulieferern hinter sich, von denen ein erheblicher Teil aktuell Inhaberwechsel plant.
2. Sport- und Spielwaren-Cluster mit Weltmarkt-Anschluss
Man darf nicht vergessen, dass Nürnberg ein einzigartiges Sport- und Freizeit-Cluster ist. In Herzogenaurach haben die globalen Sportartikelriesen Adidas (Hauptsitz, 6.100 Beschäftigte) und Puma (1.700 Beschäftigte) ihren Ursprung.
Diese Headquarters ziehen ein eigenes Netzwerk von Designagenturen, Logistikdienstleistern und Materiallieferanten nach sich. Parallel macht die Spielwarenindustrie Mittelfranken weltbekannt: Im Raum Nürnberg/Fürth/Zirndorf produzieren Firmen wie geobra Brandstätter (Playmobil) (3.200 Mitarbeiter) und Schleich sowie viele Lohnfertiger und Lizenzdienstleister für den internationalen Spielwarenmarkt.
3. Datev und der IT-Mittelstand
Datev wurde am 14. Februar 1966 von Heinz Sebiger und Joachim Mattheus als Genossenschaft von 65 Steuerbevollmächtigten gegründet und ist heute mit rund 7.800 Beschäftigten der wichtigste IT-Anbieter für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer in Europa.
In ihrem Schatten hat sich ein lebendiges Ökosystem aus Add-on-Software-Häusern, Cloud-Spezialisten und Workflow-Beratern entwickelt. Firmen, deren Gründer aus den Datev-Pionierjahren der 1980er und 1990er aktuell in den Ruhestand gehen.
4. Energie und Wasserstoff wächst in Nürnberg
Am Energie Campus Nürnberg (EN) und am H2.B Bayern Wasserstoffzentrum entwickeln Forschungseinrichtungen und Unternehmen gemeinsam Brennstoffzellen, Speichertechnik und Wasserstoff-Infrastruktur. Das sorgt für Nachfrage nach Engineering- und Anlagenbau-Mittelständlern rund um Nürnberg.
Anleger erkennen diese Wende: Cleantech- und Wasserstofffirmen in der Region werden aktuell mit ähnlichen Multiples wie Softwarefirmen bewertet, da staatlich geförderte Projekte langfristige Wachstumsaussichten schaffen. Käufer mit Erfahrung in erneuerbaren Energien oder Energieanlagen finden hier Substanz und öffentliche Förderung, die viele Übernahmen attraktiv macht.
Welche Firmen werden in Nürnberg zum Kauf angeboten?
Der Inserate-Mix in Nürnberg zeigt, dass die Nachfolge in Nürnberg kein reines Industriethema ist.
Denn die Halbmillionenstadt bietet im Grunde alles: Friseursalons, Bäckereien, Fahrschulen, Arztpraxen, Reinigungsbetriebe, Gastronomiebetriebe, alles, was eine Stadt am Laufen hält und wofür jemand den Schlüssel übernehmen muss.
Firmen-TypAnteil (Schätzung)Typische Range NürnbergMaschinen- und Anlagenbauca. 15 %400.000 € bis 5 Mio. €Automotive-Zulieferer und Aftermarketca. 13 %200.000 € bis 4 Mio. €IT, Software und Datev-nahe Diensteca. 12 %250.000 € bis 3 Mio. €Logistik und Speditionca. 11 %400.000 € bis 3 Mio. €Handel und Großhandelca. 10 %200.000 € bis 2 Mio. €Handwerksbetriebca. 10 %150.000 € bis 800.000 €Spielwaren, Sportartikel, Konsumgüterca. 8 %250.000 € bis 3 Mio. €Gastronomie und Hotellerieca. 8 %100.000 € bis 700.000 €Sonstige (Praxen, Energie, Spezial)ca. 13 %150.000 € bis 1,5 Mio. €
Was kostet der Kauf eines Unternehmens in Nürnberg?
Wer in Nürnberg ein Unternehmen kaufen will, zahlt meist etwas weniger als in München, liegt aber deutlich über dem, was in Leipzig oder Dresden aufgerufen wird. Dass die Preise stabil bleiben, hat womöglich auch mit Krediten der bayerischen Förderbank LfA zu tun. Sie machen viele kleinere Käufe überhaupt erst finanzierbar und halten die Preise so oben.
Besonders gefragt sind derzeit IT-Firmen aus dem Umfeld von Datev, Unternehmen aus der Wasserstofftechnik und der klassische Maschinenbau. In diesen Bereichen ziehen die Preise kräftig an. Ganz anders sieht es bei vielen Autozulieferern aus. Sie stecken gerade in einer schwierigen Phase und werden häufig nur noch aus der Not heraus verkauft.
BrancheEBIT-Multiple NürnbergRange KMUTrend 2026Industrielle Software / IIoT6 bis 9300.000 € bis 3 Mio. €stark steigendPremium-Maschinenbau5 bis 8500.000 € bis 5 Mio. €stabil bis steigendDatev-nahe IT-Dienste5 bis 8250.000 € bis 2,5 Mio. €steigendAutomotive-Zulieferer klassisch2,5 bis 4200.000 € bis 3 Mio. €Distressed-WelleSpielwaren / Konsumgüter4 bis 6300.000 € bis 3 Mio. €stabilLogistik / Spedition4 bis 6400.000 € bis 3 Mio. €stabilWasserstoff / Cleantech-Engineering6 bis 10500.000 € bis 5 Mio. €stark steigendHandel / Großhandel3,5 bis 5200.000 € bis 2 Mio. €stabilHandwerk3 bis 4,5150.000 € bis 800.000 €leicht steigend
Nachfolge in Nürnberg: 36.500 Übergaben in Bayern und der Mittelfranken-Anteil
Die Zahlen zur Unternehmensnachfolge sprechen eine deutliche Sprache. Zwischen 2022 und 2026 stehen in Bayern rund 36.500 Unternehmen vor einem Generationswechsel, und Nürnberg liegt dabei direkt hinter München auf Platz zwei der bayerischen Verkaufsregionen.
Die IHK Nürnberg berät pro Jahr etwa 150 Unternehmen zur Nachfolge. Das ist allerdings nur der sichtbare Teil. Tatsächlich dürften drei- bis viermal so viele Mittelständler verkaufsbereit sein, die ihre Übergabe über Steuerberater, Notare und Sparkassen regeln.
Handwerk und Familienbetriebe vor dem Generationswechsel
Auch das Handwerk steht vor einem Generationswechsel in Nürnberg. Die Handwerkskammer für Mittelfranken rechnet damit, dass in den nächsten fünf Jahren mehrere tausend Handwerksbetriebe in der Region einen Nachfolger suchen.
Besonders betroffen sind das Elektrohandwerk, die Bereiche Sanitär, Heizung und Klima, der Metallbau und die Kfz-Werkstätten. Diese Firmen tauchen nur selten in den Anzeigen der großen Verkaufsplattformen auf. Vermittelt werden sie meist über die Sprechtage der Handwerkskammer oder über die Innungen. Wer einen Meisterbrief mitbringt oder den Wechsel ins Handwerk glaubhaft begründen kann, findet auf diesem Weg oft am schnellsten einen gut eingeführten Familienbetrieb mit treuem Kundenstamm.
Welche Nürnberger Stadtteile eignen sich für einen Firmenkauf?
Wenn wir über den Firmenkauf sprechen, lässt sich Nürnberg in etwa vier Gebiete aufteilen, die jeweils ihren eigenen Charakter und ihren eigenen Preis tragen:
- Innenstadt und Lorenzer Altstadt. Hier sitzen Beratungsfirmen, Steuerkanzleien, Versicherungen, IT-Anbieter und andere gehobene Dienstleister. Die Kaufpreise sind hoch, dafür bekommt man gut etablierte Betriebe mit festem Kundenstamm und langjährigen Geschäftsbeziehungen.
- Nürnberg-Süd, Gostenhof und St. Leonhard. In diesen Vierteln dominiert ein bunter Gewerbemix aus Werkstätten, kleiner Industrie und Handwerk. Die Einstiegspreise liegen niedriger. Käufer, die einen Betrieb selbst führen wollen und ihre Branche kennen, finden hier solide Unternehmen.
- Hafen Nürnberg und Nordostpark. Hier wiederum prägen Logistik und Produktion das Bild. Allein am Hafen sind über 250 Unternehmen angesiedelt, und er zählt zu den größten Umschlagplätzen Süddeutschlands, weil hier Schiene, Straße und Wasserstraße zusammenkommen. Die Gewerbemieten liegen bei 6 bis 9 Euro pro Quadratmeter, was den Standort vor allem für wachsende Betriebe aus Logistik und Produktion interessant macht.
- Metropolregion außerhalb der Stadt. Dazu gehören Fürth, Erlangen mit Siemens Healthineers, Herzogenaurach mit Adidas, Puma und Schaeffler, Zirndorf mit Playmobil sowie Schwabach. Die Gewerbesteuer fällt im Umland niedriger aus als in der Stadt selbst, mit Hebesätzen zwischen 350 und 420 Prozent. Für Industrie- und Konsumgüterhersteller ist das Umland deshalb oft die attraktivere Wahl.
Förderung & Finanzierung in Nürnberg beim Firmenkauf
Bayern hat eine der stärksten Förderlandschaften Deutschlands. Vier Quellen sind für Übernahmen in Mittelfranken bekannt:
- LfA Universalkredit. Investitions- und Übernahmekredit für KMU bis 10 Mio. €. Antrag über die Hausbank.
- LfA Akquisitionsfinanzierung. Speziell für Übernahmen ab 250.000 € Kaufpreis, mit Zinsverbilligung und Tilgungsfreijahren, ideal für Käufer mit moderater Eigenkapitalquote.
- LfA Startkredit 100. Für Übernahmen bis 100.000 € ohne Hausbank-Risiko, sehr nützlich für kleinere Handwerks- oder Dienstleistungs-Übernahmen.
- Bürgschaftsbank Bayern. Übernimmt bis 80 Prozent des Kreditrisikos der Hausbank, bis 2,5 Mio. € Bürgschaftsvolumen ohne Landesbeteiligung, sehr nützlich bei knapper Eigenkapitalbasis.
FAQ: Firmen kaufen in Nürnberg
Wie viele Unternehmen stehen in Nürnberg aktuell zum Verkauf?
Regelmäßig sind 50 bis 90 aktive Inserate für die Region Mittelfranken sichtbar, dazu schätzungsweise 30 bis 50 weitere Off-Market-Targets über Nachfolgebörse, Steuerberater und Sparkassen, die nie öffentlich vermarktet werden.
Welche Branchen lassen sich in Nürnberg am besten kaufen?
Industrieller Maschinenbau, Datev-nahe IT-Dienste, Spielwaren- und Konsumgüter-Spezialisten, Logistik im Hafen-Umfeld und Wasserstoff-Engineering bieten die solideste Substanz und das beste Verhältnis von Multiple zu operativem Hebel.
Wie hoch sind die typischen Kaufpreise in Nürnberg?
Klassische KMU-Übernahmen liegen zwischen 100.000 € und 5 Mio. €, mit einem Median um 1,1 Mio. €. Datev-nahe IT und Premium-Maschinenbau erreichen 6 bis 12 Mio. € und höher.
Lohnt sich der Kauf in Nürnberg oder im Umland?
Für Logistik und produzierendes Gewerbe lohnt das Umland fast immer: niedrigere Gewerbesteuer, mehr Fläche, gleiche Infrastruktur. Für Beratung, IT und Konsumenten-orientierte Dienste gewinnt die Kernstadt.
Sind Familienunternehmen in Mittelfranken ein guter Kauf?
Ja. Mittelfränkische Inhaber gelten als sachlich, verkaufsorientiert und mit klarer Substanz-Logik. Wer eine operative Branchen-Story und ein langfristiges Engagement mitbringt, schlägt häufig auch finanziell stärker positionierte Wettbewerber.
Quellen
- IHK Nürnberg für Mittelfranken, Standort und Wirtschaft in Zahlen
- IHK Nürnberg, Unternehmensnachfolge
- StMWi-Studie Unternehmensnachfolge in Bayern 2022 bis 2026
- LfA Förderbank Bayern, Programme für KMU und Übernahmen
- Bürgschaftsbank Bayern
- DATEV, Unternehmensgeschichte und Heinz Sebiger
- infranken zu Mittelfrankens Top-Arbeitgebern
- KfW Nachfolge-Monitoring
- IfM Bonn Unternehmensnachfolgen

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